EU-Agrarpolitik ab 2028: Bauernverband fordert Nachbesserungen
München. Der Druck auf die EU-Kommission, ihre Vorschläge für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nachzubessern, nimmt zu. Der baden-württembergische Europaabgeordnete Norbert Lins, Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Reform der EU-Agrarpolitik, hat jetzt seine Positionen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und zur GAP für die Jahre 2028 bis 2034 vorgestellt.
Unterstützung erhält der CDU-Politiker vom Bayerischen Bauernverband (BBV). Dessen Präsident Günther Felßner sieht in den Forderungen von Lins ein wichtiges Signal für familiengeführte Landwirtschaftsbetriebe. „Die zentralen Forderungen des Europaabgeordneten Lins sind ein deutliches Signal zur Stärkung von familiengeführten Landwirtschaftsbetrieben, wie sie bei uns in Bayern seit Generationen bestehen“, erklärte Felßner.
Nach Ansicht des BBV müsse die Landwirtschaft künftig finanziell stärker ausgestattet werden. Bereits das Europäische Parlament habe sich für ein Budget von 439 Milliarden Euro für die Agrarpolitik ausgesprochen. Zudem müssten die beiden Fördersäulen der GAP auch nach 2028 erhalten bleiben.
Positiv bewertet der Bauernverband die Forderung nach einer höheren Umverteilungsprämie für die ersten Hektar landwirtschaftlicher Fläche sowie nach einer stärkeren Unterstützung junger Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter. Ebenso wichtig seien EU-weit einheitliche Grundanforderungen, um Wettbewerbsnachteile für die heimischen Landwirte zu vermeiden.
Laut Felßner zeigten die Positionen von Lins die breite Kritik an den Vorschlägen der EU-Kommission. Nun komme es darauf an, im Europäischen Parlament eine Mehrheit für diese Forderungen zu gewinnen. Gleichzeitig müsse auch die Kommission die Signale aus der Landwirtschaft ernst nehmen und ihre Pläne entsprechend anpassen.
Derzeit befinden sich sowohl das Europäische Parlament als auch die Mitgliedstaaten in der Phase der Positionsfindung. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Mehrjährige Finanzrahmen, der festlegt, wie viel Geld der Europäischen Union und damit auch der Agrarpolitik ab 2028 zur Verfügung stehen wird.
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