THWS-Studierende lernen Mechanik und Elektronik der Volkfest-Karussells kennen
Einblick in die Steuerungskabine des „Avenger“: Besitzer Rudolf Kollmann zeigt den THWS-Studierenden die aufwändige Software-Steuerung (Foto: THWS/Eva Kaupp)
Beliebte Tradition: THWS-Studierende lernen Mechanik und Elektronik der Volkfest-Karussells kennen
Jährliche Exkursionen zum Schweinfurter Volksfest finden seit rund 20 Jahren statt
Auf zum Volksfest – auch in diesem Jahr haben sich Studierende der Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Mechatronik der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) aufgemacht, um die Mechanik und Elektronik der Fahrgeschäfte des Schweinfurter Volksfests näher kennenzulernen. Begleitet wurden sie von Andrea Reppert, die bei der Stadt Schweinfurt für die Organisation des Volksfests zuständig ist, sowie Prof. Dr. Stefan Schreiber von der Fakultät Maschinenbau der THWS. Eine Besonderheit: In diesem Jahr war der 80-jährige Prof. Dr. Herbert Wiener mit von der Partie – er hatte vor rund 20 Jahren die Volksfest-Rundgänge ins Leben gerufen.
An der ersten Station präsentiert Juniorchef Jamie Fackler das Fahrgeschäft „Evolution“, in welchem Fahrgäste mit einer Maximalgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern um eine Achse geschwungen werden und am Scheitelpunkt auf 66 Metern Höhe auf Schweinfurt hinunterschauen. Die Elemente des „Evolution“ ruhen auf vier Transportern, die direkt an Ort und Stelle geparkt werden und mit Hilfe von hydraulischen Laufsystemen zentimetergenau ausgerichtet werden können. Dadurch ist für den Aufbau der Hauptbestandteile des Karussells kein Kran nötig; stattdessen kommen Seilzüge zum Einsatz, die bis zu 36 Tonnen bewegen können. Insgesamt dauert der Aufbau zehn bis zwölf Stunden. Für den Notfall geht aber nichts über Handarbeit – so kommt bei einem Stromausfall eine manuelle Evakuierungspumpe zum Einsatz, um die Fahrgastschaukel wieder auf den Boden zu befördern: „Wir können das Karussell innerhalb von vier Minuten evakuieren“, erzählt Jamie Fackler von einem Testlauf. „Da waren wir voll beladen.“ Gut zu wissen: „Auch bei einem Stromausfall können alle Sitze einzeln geöffnet werden.“
Dritte und letzte Station für die THWS-Gruppe ist das Fahrgeschäft „Avenger“ – hier werden die Fahrgäste auf einer Art Hollywood-Schaukel durch die Luft geschleudert. „Der ganze Aufbau lässt sich hydraulisch zusammenklappen“, erklärt Besitzer Rudolf Kollmann. Theoretisch könne sogar eine einzelne Person, nur mit einer Joystick-ähnlichen Steuerung in der Hand, das ganze Karussell allein aufbauen.
Je nach Wetterlage müsse der Ölstand der Hydraulik angepasst werden – wird es zu warm, muss Öl abgelassen werden, sonst werde der Druck zu hoch. Dies und viele weitere Daten ließen sich über Sensoren auslesen, erklärt Kollmann und nimmt die Studierenden mit in die Steuerungskabine, um ihnen die aufwändige Bedienungssoftware zu zeigen. So sorgen beispielsweise Magnetsensoren für eine sichere Fahrt – „erst wenn alles grün angezeigt wird, kann der Fahrbetrieb starten“. Und während sich das Festgelände langsam mit Publikum füllt, dürfen die Studierenden auch beim „Avenger“ zum Abschluss des Rundgangs in eine Testfahrt starten.
Kommentar verfassen